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Saisonstart weiter ungewiss...

saison2021 hpAktuell weiß niemand, ob und wann man seriös sagen kann, dass wieder Eishockey vor Zuschauern gespielt wird. Wann die Deutsche Eishockey Liga ihren Spielbetrieb wieder aufnehmen wird, steht mehr denn je in den Sternen. Wir wollen und werden uns als FANPROJEKT nicht an den öffentlichen Diskussionen um Schuldzuweisungen und Versäumnisse der einen oder der anderen Seite beteiligen. Auch in unseren Reihen hat jeder seine ganz persönliche Meinung dazu. Eine weitere Diskussion darüber zu eröffnen wäre allerdings an dieser Stelle und zum jetzigen Zeitpunkt nicht zielführend,

Fakt ist: Wir Fans, die Clubs und die Spieler wollen wieder Eishockey (er-)leben - aber um jeden Preis? Nein, sicher nicht. Wir alle müssen jetz versuchen, das bestmögliche Ergebnis für unseren Sport zu suchen und zu finden. Seit dem 08. März, dem letzten von 52 Spieltagen der Saison ist es leise geworden in den Hallen landauf landab. Von Bremerhaven, über Berlin, Wolfsburg, Iserlohn Düsseldorf, Köln und Mannheim bis tief in den Süden nach Schwenningen, München oder Straubing. Keine gellenden Pfeiffkonzerte, keine lauten Anfeuerungen. Kein Bus, kein Schiff und kein Sonderzug rollt seitdem durch Eishockey-Deutschland.

Die Pessimisten behaupten: "Das war´s, wir werden nie wieder solche Fahrten erleben!" - Die Optimisten sagen: "Ab Dezember rollt die Fan-Welle wieder durch´s Land!" - Irgendwo dazwischen stehen wir vom FANPROJEKT wohl gerade. Am liebesten würden wir sofort mit den Planungen der kommenden Saison anfangen. Keiner von uns möchte sich ausmalen, wie es wohl wäre, wenn die Sternsinger-Tour 2020 am 12. Januar unser letzter Sonderzug gewesen sein soll. Was bleibt ist Hoffen. Hoffen, dass sich die Verantwortlichen in irgendeiner vernünftigen Art und Weise einigen werden. Aber auch hoffen, dass uns dieses unsägliche Virus nicht noch den letzten Verstand raubt.

Ist hoffen wirklich das Einzige, was uns bleibt? Es ist und bleibt unbestritten, dass Eishockey nicht annähernd die Lobby wie der Fußball in Deutschland besitzt. Deutschland ist viermal Fußball-Weltmeister geworden. In Deutschland kann man nahezu an jeder Ecke gegen den Ball treten. Aber Eishockey? Oh ja, Insbruck 1976: Olympia-Bronze (da waren die Fußballer bereits zweimal Weltmeister und einmal Europameister) und dann 2018 Pyeongchang, 42 Jahre nach Insbruck: Deutschland holt EishockeySilber (Vier Jahre zuvor wird Deutschland zum 4. Mal Fußball-Weltmeister...). Die mediale Präsenz und öffentliche Wahrnehmung des Fußballs ist für den Eishockeysport hierzulande unerreichbar. Das liegt u.a. daran, dass es aufgrund der klimatischen Verhältnisse in Deutschland, bzw. in weiten Teilen Europas eben nicht möglich ist, im Winter an jeder Ecke auf einem zugefrorenem See Eishockey zu spielen. Das ist in Nordamerika oder Rußland ganz anders. Doch müssen wir deshalb resignieren und die Hände in den Schoß legen?

Man schwärmt überall von der großen Eishockey-Familie. Von Fans, die so unbeschreiblich fair und freundschaftlich miteinander umgehen. Es wird ein Bild gemalt, dass dem der Fußballfans antgegengehalten wird. Hier Friede, Freude, Eierkuchen - dort, Haß, Gewalt, Brutalität. Dass diese pauschalen Gegenüberstellungen weder sinnvoll, noch realistisch sind, dürfte allenthalben bekannt sein. Es gibt überall solche und solche Fans. Trotzdem ist das Potenzial der Eishockeyfans, auch wenn sie zahlenmäßig nicht so bedeutetnd sind, wier die Fans, die Samstag für Samstag in die Fußballstadien pilgern, riesengroß. Genau hier gilt es anzusetzen.

Gemeinsam und mit Besonnenheit können die Eishockeyfans in Deutschland ein Zeichen setzen. Es sind eben nicht nur die 14 Clubs, die am Eishockey hängen. Es sind die mehr als 2,5 Millionen Besucher der vergangenen Saison. Es sind die Fan-Clubs, Fanprojekte und einzelnen Fans, die zusammen Ihren Sport leben und wieder erleben wollen. Am Ende des Tages hängen auch eine Menge Arbeitsplätze ausserhalb der Clubs daran. Für jeden Einzelnen lohnt es sich, alles mögliche zu unternehmen, um eine Lösung zu finden, damit das Eishockey in Deutschland nicht in der Versenkung versachwindet. Der Sport war auf einem guten Weg. Es gab auch sportliche Perspektiven und dadurch auch ein gesteigertes öffentliches Interesse. Dieser Wg darf nicht in einer Sackgasse enden.

Unser Ziel muss es sein, den Besuch von Eishockeyspielen und damit stellvertretend auch von anderen Sportveranstaltungen außerhalb des Fußballs, wieder möglich zu machen. Wir sind sicher nicht so anmaßend, dass wir der Meinung sind, den Stein der Weisen zu besitzen, oder mit einem Blick in die Glaskugel alle Probleme zu lösen. Aber vielleicht besinnen sich auch die Politik und die Verantwortlichen der Liga zurück auf das Bild, was man, wie oben beschrieben, von den Eishockeyfans so gerne malt. Wenn das passiert zählt vielleicht die Weisheit: Blut ist dicker als Wasser und die Eishockey-Familie findet gemeinsam einen Weg aus dieser Krise.

In den Farben getrennt - in der Sache vereint.

#freeicehockey

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