Die erste DEL2-Saison der Düsseldorfer EG in Ihrer 90jährigen Geschichte ist nun 26 Spiele alt und befindet sich damit in der Halbzeit.
Vor gut einem Jahr wollten es viele nicht wahrhaben, aber die DEG stand damals schon mit dem Rücken zur Wand und im März lag ein riesiger Scherbenhaufen vor den Verantwortlichen, Spielern und Fans. Was dann geschah, hat es - zumindest in Düsseldorf - so noch nie gegeben. Quasi ein ganzer Verein wurde auf links gedreht. Am Ende blieben drei (!) Spieler des Abstiegs-Kaders übrig, die Geschäftsführung, die sportliche Leitung und das Trainerteam wurden ausgetauscht, Auch vor den Mitarbeiter:innen der Geschäftsstelle machte der Umbruch nicht Halt.
Viele bekannte Gesichter gingen, einige übernahmen neue Aufgaben. Doch einer blieb. Die Seele des Vereins seit über 20 Jahren. Nein, nicht Walter Köberle, der gehört sowieso zum Inventar. Geblieben ist - und das war das Beste, was der alten Dame passieren konnte - Frieder Feldmann. DER Pressesprecher in Deutschland. Egal ob Fußball, Eishockey oder sonst eine Sportart - kein Club kann einen kreativeren Kopf als Frieder aufweisen.
Er hat es im Sommer geschafft, am Tiefpunkt der Vereinsgeschichte so etwas wie Aufbruchstimmung zu verbreiten, als Rick Amann und Andy Niederberger bei der DEG Eishockey GmbH mit aller Kraft und vollem Einsatz nicht nur die quasi beschlossene Insolvenz abwendeten, sondern es auch geschafft haben, ein DEL2-Team zusammenzustellen und Stadt und Sponsoren vom Weg der neuen DEG zu überzeugen.
Für uns war der Abstieg natürlich ebenso ein emotionaler Tiefschlag, wie für jeden Fan, für jeden Mitarbeiter und alle, die es zumindest ein Stück weit mit der DEG halten. Hinzu kam eine Unmenge an Arbeit. Das Ziel für den Sonderzug 2025/26 stand eigentlich schon lange fest. Es sollte wieder einmal in den Schwarzwald gehen. Die Wild Wings hätten sich auf unseren Besuch freuen dürfen. Alle Planungen bis dato waren für die Tonne. Es blieb eine Liste von 13 Zielen, von denen wir lediglich wussten, wo ungefähr sie lagen. In wochenlanger Arbeit haben wir Kontakt zu den entsprechenden Geschäftsstellen aufgenommen, Ticketmengen und -preise angefragt, Sonderzug-Ziele eruiert und mit unserem Zugpartner ausgelotet. Das schlimmste an der langen Wartezeit war aber, dass der Spielplan ausgelost wurde und zwar zu einem Zeitpunkt, zu dem sonst bereits das Motto, der Preis und alles andere für den Zug schon lange feststehen. Nach der Auslosung kam der Spielplan-Tausch. Am Ende konnte es nur ein Ziel geben:
Karnevals-Sonntag, 15.02.2026 - Crimmitschau.
Das Motto war, ob des Termins schnell gefunden. Rod und Jäl, ejal wat kütt. Die erste Euphorie der Fans ließ hoffen, dass der Zug wieder ordentlich voll wird. Die ersten Spiele der Saison waren ansehnlich und machten Lust auf mehr.
Dann aber kam der Einbruch, zu viele Niederlagen - besonders zu Hause im PSD BANK DOME - ließen die Stimmung zeitweise fast kippen. An einen vollen Sonderzug war bald nicht mehr zu denken. Erste Spielerwechsel und am Ende der Trainerwechsel haben weiß Gott nicht dazu beigetragen, dass Ihr uns mit Anmeldungen überhäuft habt. Klar verstehen wir, dass man nach zwei Jahren im Abstiegskampf und nun in Liga 2 nicht gerade die besten Voraussetzungen hat, um einen Zug mit mindestens 600 Fans voll zu bekommen, aber es ist schon bemerkenswert, dass Vereine in ähnlichen Situationen sich bei ihren Sonderzügen vor Anmeldungen nicht retten können. Düsseldorf ist eben auch hier etwas Besonderes, auf dass wir sehr gerne verzichten würden.
Nach aktuellem Stand fehlen uns weiterhin über 150 Mitfahrer, um den Zug kostendeckend auf den Weg schicken zu können. Wir freuen uns, dass mit "The Irish Pub by FATTY´S" ein Namenssponsor für den Zug gewonnen werden konnte, der sich sehr dafür stark macht, dass der Zug rollen wird. Neben dem Kauf der Lose für das Namensrecht setzt sich das FATTY´S nun mit einer weiteren Aktion für den Sonderzug ein.
Die sportliche Halbzeitbilanz sieht, wie bereits angedeutet ebenso ernüchternd, wie erschreckend aus: 26 Spiele - 34 Punkte - Platz 12 - PLAYDOWNS
Am Wochenende hat Cheftrainer Rich Chernomaz seinen Posten zur Verfügung gestellt, um noch einmal einen Impuls von außen zu setzen. Er übernimmt ab sofort den Job des Sportdirektors. Neuer Chef an der Bande wird Harry Lange. Aufgrund der Tabellensituation hat die DEG zur Hälfte der Saison wenig Zeit, auf eine positive Entwicklung zu warten. Traditionell sind die Spiele rund um die Weihnachtstage und den Jahreswechsel sehr eng getaktet. Jetzt zählen nur noch Punkte damit nach dem ersten sportlichen Abstieg seit 1953 nicht der zweite gleich hinterher kommt. Das wäre das sichere Aus eines der traditionsreichsten Vereine im deutschen Eishockey.
Lasst uns gemeinsam daran arbeiten, dass der achtmalige Deutsche Meister und die einst "Besten Fans der Welt" irgendwann wieder positive Schlagzeilen schreiben. Die DEG ist noch immer eine Marke im Eishockeysport und das über die Grenzen hinaus. Wir müssen jetzt ALLE - Spieler, Fans und Verantwortliche - zusammenstehen und Alles für unsere Farben geben. Vom der ersten bis zur letzten Sekunde - in jedem Spiel.
Aufgeben ist KEINE Option - WIR für EUCH...ALLE für die DEG





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